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Encheiridion Vandalicum

Jürgen Buchmann, Encheiridion Vandalicum oder Das Buch von den Wenden

19x12  cm

10 Euro (D)

76 Seiten

1. Auflage 2012

978-3-942901-02-4

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Hier erhebt der sorbische Nationalismus sein dräuend Haupt. In ebenso bitterbösen wie liebevollen, ebenso komischen wie mit zarter Melancholie gesättigten, immer aber stilistisch brillianten Miniaturen schildert Jürgen Buchmann die Lausitzer, ihre Probleme mit der Fremdverwaltung und ihre Kultur. Am Detail macht sich das große Ganze fest. An der Würstchenbude die Weltpolitik. In der Aussprache eines Buchstaben Jahrhunderte der Unterdrückung. Dabei behält der Dichterphilologe mit der Leidenschaft für Phantastik die Welt nicht nur im Blick, wie sie ist, sondern auch wie sie sein könnte.

„schnell entpuppt sich dieses „Echeiridion“ als eine ausgesprochen unterhaltsame kleine Lektüre, allerdings als eine mit einem ernsten Hintergrund.“ www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/juergen-buchmann/encheiridion-vandalicum-0

"Buchmanns satirischer Weg des Kampfes für die sorbische Sprache und Identität ist so lebendig, man möchte glatt den Weg zum Schalter machen und eine Bahnkarte in diese Gegend lösen." Matthias Hagedorn http://www.editiondaslabor.de/blog/?p=17031

„Kurzum eine kluge und auch nachdenklich stimmende Lektüre“ Tobias Prüwer in Regjo 2/2013

"Kürzestgeschichten, die von der Figur des wendischen Bauern Hanzo getragen werden wie Brechts Geschichten vom Herrn K. ... Sie schlagen auch ebensolche Haken ... bei aller gebotenen Bitterkeit, sehr amüsant zu lesen. Auch für die Wenden ... Die sich anschließende „Kleine wendische Bibliothek“, bestehend aus sechs fiktiven Buchbesprechungen ... assoziiert nicht von ungefähr Die Bibliothek von Babel des Argentiniers Jorge Luis Borges" Bernd-Ingo Friedrich www.kulturpixel.de/artikel/215_artikel

„Mal verteidigen sie [die Satieren] das Wendische gewitzt gegen die allgegenwärtige Gefahr der Nivellierung und Annihilierung, mal stimmen sie seinen Schwanengesang an, mal künden sie von seinem (tatsächlichen oder erhofften) Wiederaufleben – und manchmal alles drei zusammen ... Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll, aber dann abrakadabrat Buchmann mittels einer schönen Volte ein Freudenblitzen in des Lesers tränendes Auge, und alles wird gut … Brillant die beiden Texte „Jaromir Kósac, Nawrośenje/Die Wiederkehr“ und „Jakub Mejstaŕ, Wó gódnośe a dostojnosći serbskeje rěcy/Von Wert und Würde der wendischen Sprache“. Der erste handelt von einem Theaterstück, das als ein Spiel mit der Sprache und mit der Sprachlosigkeit präsentiert wird … Der zweite ist bemerkenswert unter anderem wegen seiner luziden, schmerzhaft scharfen Kritik am Literaturbetrieb und an der in ihm gedeihenden Literatur – eine Schärfe, der man seit Adorno ganz entwöhnt ist. “ www.hotlist-online.com/2012/09/03/ein-bitterlustiges-b%C3%BCchlein-zu-sprache-und-kultur-der-wenden-das-encheiridion-vandalicum-von-j%C3%BCrgen-buchmann/

„Ich weiß nicht, ob Buchmann, der als freier Schriftsteller in Werther (Westfalen) wohnt, einst ein ´Beute-Sorbe´ werden wird, aber damit, dass er uns einen satirischen Weg des Kampfes für die sorbische Sprache und Identität aufgezeigt hat, hat er sich als Freund der Sorben gezeigt. ... Sein Encheiridion würde ich vorschlagen als Grundlektüre für Schulen und Ämter.“ Bernd Pittkunings in „Rozhlad“

"Eine kundige und zugleich höchst amüsante Einführung in die sorbische Sprache und Mentalität" Olaf Schmidt Kreuzer 07/12

"mal liebevoll, mal sarkastisch, doch immer mit einer Prise melancholischer Ironie ... eine Anleitung zum Glücklichsein für die Sorben." M. Schönbach serbske nowiny

"Diese humorvolle Version der ansonsten bedrückenden Thematik und die vielen Zitate in Sorbisch sind bahnbrechend." Tomaš Kappa

Das Buch lässt Jan Kuhlbrodt verstehen „weshalb Sprache, bei alle politischen Verwerfungen und diktatorischen Transformationen immer noch etwas ist, worin man sich verlieren kann … Hanzo führt den namenlosen Icherzähler im Buch durch Geschichte und Gegenwart der wendischen Sprache.“ „Aber es geht bei der Betrachtung der Sprache aber eben nicht ums Museale." www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/juergen-buchmann/encheiridion-vandalicum

 „Unsere Slowenen sind die Sorben. Und was machen die? Auf diese Frage antwortet unkonventionell Jürgen Buchmann“ beginnt Jens Langer seinen Hinweis in einem Rundblick durch die Gegenwartsliteratur. Er liest das Buch vor allem politisch: „Der Schagajutschtschi Ekskavator auf dem Titelblatt zeigt, wen Buchmann mit den „Vandalen“ dieses „Handbuches“ meint. "Sie haben die heimatlichen Dörfer der Sorben ausgebaggert … Das ist nicht Dichtung, das ist Wirtschaftspolitik“ Das Buch sei: „.... voller Engagement ...witzig und versehen mit Querverweisen in die allgemeine Kultur“ „Kleines Volk, kleiner Verlag, großes Thema, das sonst versteckt wird.“

Stadtgespräche 66 (Rostock)

„... ein graziles Kunstwerk ... Der Autor kennt den historischen Stoff, weiß aber gut, dass von den spannungsvollen und komplizierten Erfahrungen der Wenden am prägnantesten in Anekdoten erzählt werden kann. So tragen seine Geschichten eine unausprechliche Würde des geschundenen Lebens in sich. Buchmanns Satire nimmt alle Lausitzer, Sorben wie Deutsche, aufs Korn, wenn auch seine Parteinahme keinen Augenblick in Frage steht ... Erfindungen, die glaubwürdiger sind als die offizielle Geschichtsschreibung“ M. Walde in Nowy casnik http://www.nowycasnik.de/artikle/512

 

"Zeit ... mal ein richtig parteiisches Buch für das kleine, tapfere Völkchen in der Lausitz zu schreiben. ... Texte über das mühsame Bewahren einer Kultur innerhalb einer dominierenden Kultur. … Und selbst wenn man kein Sorbe von Geburt ist, hat man so beim Lesen das Gefühl, das Problem der Wenden, Gallier und Waliser ist ein Problem aller Minderheiten in heutigen Mehrheits-Gesellschaften ... Sie sind ein Stachel im Fleisch der Vorurteile und mehrheitlichen Bräsigkeiten."

Ralf Julke LIz http://www.l-iz.de/Bildung/Bücher/2012/01/Ein-satirisches-Plaedoyer-fuer-die-Sorben-Das-Buch-der-Wenden-40523.html

In der Neuen Westfälischen Zeitung vom 18.4. fasst Anke Groenewold ein Gespräch mit dem Autoren zusammen. Darin spricht er u.A. über seine Beweggründe für das Buch:

„Salderatzen, Tolstefanz, Waddeweitz“ So heißen Dörfer im Wendland. Die Ortsschilder haben Jürgen Buchmann als Kind fasziniert. „Das war ein Blick in eine andere, geheimnisvolle Welt. Ich hatte das Gefühl, das sind Chiffren, eine Geheimschrift, hinter der sich wunderbare Dinge verbergen“ ... Exotische und bedrohte Sprachen bergen für … Buchmann einen besonderen Reiz. „Das liegt daran, dass die dichterische Sprache auch eine bedrohte Minderheitssprache ist. Sie ist ein kompliziertes Ding, dass nur unter seltenen Bedingungen gedeiht“ Das Schicksal der Sorben erschütterte ihn „die über 1000 jährige Tradition der Verfolgung dieses kleinen harmlosen Volks“ „Jedes Dorf hatte seine eigenen Traditionen und seinen eigenen Dialekt. Das wurde alles mit Baggern zerstört.“ „Mit jeder Sprache geht eine Sicht, eine Erfindung, eine Geschichte von der Welt verloren.“

Trotz dieser komplexen Problematik hält die Serbske nowiny fest: "das Büchlein liest sich leicht"

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