Titus Meyer: Andere DNA

German

ISBN: 978-3-942901-20-8

60 Seiten, 10 Euro (D)

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Nach seinem Band mit strengen Sprachkonstruktionen in kleiner Form legt nun Titus Meyer seinen Versuch über die lange Strecke vor. So weit wir wissen, das längste geprüfte Palindrom überhaupt. Jenseits der sportlichen Herausforderung überzeugt es durch Witz und Ideenreichtum im Detail. Anders als in der konzentrierten kleinen Form ist die Sprache hier entgrenzt zu einer Art Paranoia, einem melancholischen Fiebertraum. Jedoch hat diese reduplizierte Rede im Gegensatz zum Träumer jederzeit ein Bewusstsein von sich selbst. Der Text ist extrem dicht – ein Umstand, der sich durch den weitgehenden Verzicht auf palindromisch uninteressante, häufig wiederkehrende Bausteine wie Artikel verstärkt. Anders als andere Palindromdichter widersteht der Autor der Versuchung, in einen akumulierenden Reihungsstil zu verfallen: Er bindet seine Funde, die teils aus den entlegensten Regionen der Wörterbücher herbeigeschafft sind, zu längeren syntaktischen Bögen.

„Was als das "mechanische" dieser Anordnungen kritisiert werden kann ... bedeutet zugleich auch ihr In-Sich-Ruhen ... Wir haben es mit Lyrik zu tun, die uns gerade deswegen "inhaltlich" überraschen kann und wird“ www.fixpoetry.com/feuilleton/kritiken/titus-meyer/andere-dna

„Unsere Sprache hat diese herrlichen kleinen Gewächse des wortwörtlichen Spaßes. Aber darum geht es Titus Meyer nicht. Er lotet in ganz anderen Tiefen … irgendwo zwischen Essay, Aphorismus, Deklamation, Monolog und Traktat … Der Stoff, mit dem er arbeitet, ist durchaus kohärent und man ahnt, wie er von der Genetik ganz zwangsläufig auf Gott und die Liebe, auf Sex, Natur und Gehirn kommt … Inwendig sind seine Texte auch eine Narrenpredigt.“ http://www.l-iz.de/bildung/buecher/2016/04/wenn-titus-meyer-die-liebe-das-geld-und-die-dna-versucht-in-buchdickes-palindrom-zu-packen-134364

„Die Sprache selbst, aber auch … Sinnzusammenhänge oder Sinnkonstrukte, die lassen sich also beobachten. Aber meist nur granular: Ein paar Sätze, viel mehr sind das selten („Einsiedelei“ ist so ein Fall, wo das auch mal über längere Strecke gelingt) … Klassisches hermeneutisches Lesen funktioniert jedenfalls überhaupt nicht, das wird ganz schnell klar. Ich habe mich dann oft beim Lesen quasi selbst beobachtet und gemerkt, wie man aus kleinsten Hinweisen Zusammenhänge, ja sogar „Geschichten“ konstruieren will. Bis man – oder eben der Text – sich wieder bremst und sich irgendwann einfach der Sprache ausliefert, auch wenn das trocken und wüst scheint.“ www.matthias-mader.de/literatur/die-andere-dna-der-sprache-titus-meyers-palindrom-roman/