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Paul Ernst "Polymeter"

Ausgehend von den Innovationen der Naturalisten, fand Paul Ernst (1866-1933), der Kenner der Klassik und wacher Beobachter auswärtiger Literaturen, zu höchst eigenständigen Antworten auf die Herausforderungen der Moderne. Während seine Prosa populär wurde, schwankte das Urteil der Zeitgenossen bei seiner Essayistik, Dramatik und Lyrik oft zwischen Respekt, Unverständnis und Ignoranz. Besonders seine radikalen lyrischen Texte waren für die Zeitgenossen offenbar nur schwer einzuordnen.

114 Seiten, 19x12 Cm, 10 Euro, 978-3-942901-18-5,

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„Diese Texte, die auf eigentümliche Weise die Schwebe halten zwischen vers libre und poème en prose, zeigen Paul Ernst noch nicht in der gemeinhin bekannten Maske des Neoklassizisten, sondern als durch und durch modernen Poeten, experimentierfreudig und voll jugendlichem Überschwang … Es sind Verse, denen die Zeit nichts anhaben konnte, da in ihnen die Zeit zum Stillstand gelangt.“ Christian Teissl, Hengist-Magazin

„'Polymeter' lebt auch von dem Widerspruch, den Paul Ernst empfand: zwischen der Sehnsucht nach einer als geborgen empfundenen Welt im ländlichen Elbingerode und dem Wissen, dass er dort gar nicht mehr hingehörte, dass sein Verständnis vom Leben nur in einer Großstadt wie Berlin umzusetzen war. Es steckt – wie man sieht – auch der unauflösbare Widerspruch unserer Gegenwart in diesen Texten. So fern ist uns diese frühe Moderne gar nicht … Heute lesen sich die Gedichte, als hätten sie auch ein halbes Jahrhundert später geschrieben werden können von deutschsprachigen Dichtern der Enkelgeneration“ www.l-iz.de/bildung/buecher/2016/04/wenn-sich-die-sehnsucht-nach-einer-leiseren-welt-noch-heute-so-modern-liest-wie-1898-135477

"In den Ernst'schen Gedichten aber ist dies das Eigentümliche, daß die einzelnen Gefühlsschwebungen nicht erst durch hinabgreifende Beziehungen zu den großen Entscheidungen der Innerlichkeit ihre lyrische Bedeutsamkeit erhalten“ Georg Simmel

"Moderner als so manche im späteren expressionistischen Jahrzehnt gedruckten Gedichte, überzeitlich wie die Haikus von Basho: Momentaufnahmen von Szenen und Stimmungen, die im Lesen zu lebensaufhellenden Tableaus werden. Ein Erlebnis!" Xaver Bayer

 

Paul Ernst, *7.3.1866 Elbingerode/Harz; Kindheit und Jugend im Harz; Studium ev. Theologie, dann Nationalökonomie vorw. in Berlin, Dr. phil. Bern 1892. Als Sozialdemokrat in Berlin journalistische Arbeit, um 1896 wieder verstärkte Hinwendung zu dichterischer Arbeit. Freier Schriftsteller u.a. in Berlin, Weimar, Königsdorf/Obb. und St. Georgen a.d.Stfg./Steiermark, wo er am 13.5.1933 starb. Hauptvertreter der deutschen Neuklassik, rege Herausgebertätigkeit: rund 50 Herausgaben älterer Literatur von der Antike bis ins 19. Jhdt. neben über 100 eigenen Veröffentlichungen. Werke u.a.: Die Prinzessin des Ostens (Erzn.) 1903; Demetrios (Tr.) 1905; Der Weg zur Form (Ess.) 1906; Brunhild (Tr.) 1909; Ariadne auf Naxos“ (Sch.) 1912; Saat auf Hoffnung (Rom.) 1916; Das Kaiserbuch (Ep.) VI Bde.1923-1928; Jugenderinnerungen (1930); Jünglingsjahre (1931); Gesammelte Werke XXI Bde. 1928-42