Luise Boege: Bild von der Lüge

German

178 Seiten, 13 Euro, 19x 12 cm

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ISBN 978-3-942901-27-7

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Luise Boeges neuer Band „Bild von der Lüge“ versammelt die Erzählungen der vergangenen Jahre. Die Autorin zeigt sich mit ausufernder Spielfreude: Das Spektrum reicht von Alltagsbegegnungen bis zu Experimenten mit unzuverlässigen Erzählern, der Fragebogenform und Linklisten. Trotz ihrer Verweigerung gegen übliche Stilideale erweist sie sich dabei stets als schlagfertige und souveräne Prosaistin.

"Während in der üblichen Krimikost der Schrecken oft schnell und oberflächlich wirkt, sitzt das Entsetzen in diesen Geschichten tiefer. Während sonst etwas schon wahr ist, sobald es auf einer Buchseite geschrieben steht, setzen die Geschichten von Luise Boege da erst an – mit dem Befragen der Wirklichkeit und mit spielerischen Lügen." MDR

„So wie ihr Roman gehören auch die Erzählungen von Luise Boege zur Schauerliteratur. Doch da, wo die Vorläufer des Genres ihre Wirkung aus dem Eindruck des Realistischen zogen, kreiert Luise Boege ihr Grauen, in dem sie unsere Wahrnehmung des Realistischen in Frage stellt.“ SWR

„Luise Boeges Charaktere sind neurotische Hypochonder, Nerds mit grenzautistischen Kontaktschwierigkeiten, verlorene Seelen, die mehr schlecht als recht durchs Leben driften. Sie haben mit Nachtschweiß, tropfenden Händen und defekten Lungen zu kämpfen, fürchten sich vor einer Verschwörung der Lyriker, buchen Schweizer Hebammen gegen die abendliche Einsamkeit und attestieren sich selbst gerne mal eine mentale Unzuverlässigkeit. Oft bleibt sogar unklar, wer überhaupt spricht. [...] Viel Identifikationspotenzial bietet dieser fragmentierte Reigen nicht. Trotzdem entwickeln die verdrehten Gedankenwelten einen unbestreitbaren Sog – und das nicht nur für examinierte Poststrukturalisten.“ Tagesspiegel

„Obwohl das alles nur ganz kleine Geschichten sind aus einem fast schon intimen Milieu, erzählen sie von den großen Befremdungen der Zeit, dem Ausgesetztsein in den Deutungsmustern anderer Leute … Wenn man dem Covertext glauben darf, fand ‚Das Magazin‘ das ‚lustig‘. Es ist aber nicht lustig, sondern verstörend." Leipziger Internet Zeitung

"Fast alle Geschichten erzählen davon, wie die Lücke zwischen einem Ich und dem Rest der Welt komisch aufzuklaffen beginnt. Da diese Lücke meist kommunikativ geschlossen wird, haben die Figuren oft Sprachstress ... Gelegentlich führt das zu freejazzartig verruckelten Sätzen ... Wer ... nicht darauf pocht, dass die Sprache einer Geschichte allein der Handlung zu dienen habe, sondern auch der Klangraum dessen sein kann, was sich in Handlung nicht auflösen lässt, dem wird das nicht schwerfallen." Die Zeit

„Zwei Jahre nach ihrem Debütroman … erscheint nun ihr erster Erzählband … mit dem Boege einmal mehr zeigt, dass sie zu den wagemutigsten, abgründigsten und witzigsten Stimmen der Gegenwart gehört.“ Kreuzer April 2017