
Aloysius Bertrand: Gaspard de la Nuit - Phantasien in der Manier Callots und Rembrandts. Aus dem Französischen übertragen von Jürgen Buchmann mit einem Nachwort des Übersetzers.
150 Seiten
Paperback 19x12
ISBN: 978-3-9813470-9-8
11,90 Euro
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Aloysius Bertrand (1807-1841) verbrachte sein Leben am Rande der Gesellschaft, besessen von seinem Werk. Gegen den zeitgenössischen Kult des Individuums macht der Gaspard de la Nuit die rätselhafte, beunruhigende Welt der Objekte geltend. Die Übertragung des Dichterphilologen Jürgen Buchmann, der eine kongeniale Neuinterpretation des kühnen Textes beigegeben ist, liest sich bei aller Wortgetreue wie ein Originaltext der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts.
"Hier wird ein zentraler Text zugänglich gemacht, und einer der schönsten, die mir begegnet sind, … an dieser Stelle kann ich nicht anders, als staunen, wie ein Schuljunge … Gespenstisch aber auch, dass ich von Autor und Buch vorher nie etwas gehört hatte ... Ein Romantiker, könnte man meinen, wenn er nicht die ganze Romantik so weit hinter sich ließe. Und wenn er seinem Text den Untertitel „Phantasien in der Manier Rembrandts und Callots“ gibt, ist das keine rückwärtsgewandte Ästhetisierung, sondern weist auf kommende Transmedialität hin, wie sie die Moderne und Postmoderne teilweise zelebriert. Im Nachwort, einem instruktiven und wunderschönen Essay „Versuch über Bertrand“ schildert Buchmann zum Beispiel, wie Baudelaire in der Auseinandersetzung mit dem „Gaspard de la Nuit“ zu seinen eigenen Prosadichtungen fand, und wie der Text verdeckt 150 Jahre wirkte, bis eine offene Rezeption einsetzte. Ich muss zugeben, auch mich beschlich im Verlauf der Lektüre hin und wieder der Gedanke, Autor und Buch könnten eine geniale Erfindung des Übersetzers sein. Ich empfehle von ganzem Herzen jedem, dieses wundervolle Buch zu lesen. Es nicht zu tun, wäre Verzicht." Jan Kuhlbrodt Poetenladen poetenladen.de/jan-kuhlbrodt-aloysius-bertrand-gaspard.htm
"Bertrand benutzt alte Bilder und Metaphern, ein mittelalterliches Bildreservoir, und dreht es so lange, bis es eine schräge, moderne Richtung bekommt … Das alte Paris öffnet seine Mitternachtskammern und entlässt die Gespenster in die Zukunft. Mit Jürgen Buchmanns Essay, der die Texte einordnet, hat man einen Schlüssel an der Hand, mit dem man die Mansarden und Untergeschosse Bertrands betreten kann." Elmar Schenkel Inklings Jahrbuch 29 (2011)
"Dieser wundervolle Ring, der im Tumult der romantischen Wogen wie der der Dogen ins Meer geworfen und verschlungen wurde, kommt heute wieder zum Vorschein, zurückgebracht von den reinen Kämmen der Flut."
Stéphane Mallarmé
"Das seltene, wenig gekannte Buch, das ehemals Baudelaire zu seinen Prosagedichten anregte und das vielleicht eins der liebenswürdigsten ist, die die ganze französische Romantik hervorgebracht ..."
Stefan George
"Bertrand ist Surrealist in der Vergangenheit."
André Breton
"Aloysius Bertrand zählt zweifellos zu den wichtigsten Autoren der Moderne."
Helen Hart Poggenburg
Eine Textprobe und einen Kurzessay des Übersetzers dazu finden Sie hier: www.fixpoetry.com/feuilleton/fixative/957.html